Test | Bushbox (Bushcraft Essentials)

Eine ultra leichte Titan-Bushbox die in die Hosentasche passt.

Bushbox in vollem Einsatz.

Bushbox in vollem Einsatz.

Heute möchte ich euch ein wirklich feines kleines Gerät vorstellen! Es handelt sich um einen ziemlich universellen Kocher.

Die Bushbox wird von Bushcraft-Essentials in Deutschland hergestellt (wems wichtig ist). Sie besteht wahlweise aus Stahlblech oder – wie in meinem Fall –  aus Titan. Links im Bild seht ihr sie im Einsatz. Die auseinandergebaute Bushbox ist etwa so groß wie ein Smartphone und kommt in einem (viel zu kleinen) Baumwollbeutel. Das ist aber auch schon meine einizge negative Äußerung zu dem Teil. Nach dem Auspacken wird sie einfach zusammengesteckt und ist sofort betriebsbereit.

 

Alle Einzelteile der Bushbox.

Alle Einzelteile der Bushbox.

Man kann sie mit Holz, Grillkohle, Grillbriketts, Esbit, usw. befeuern. Wie gesagt, sehr vielseitig. Das Teil erzeugt einen ziemlichen Kaminefekt der auch die Briketts, mit etwas Anpusten, zum glühen bekommt. Damit kann man also über lange Zeit kochen (z.B. Nudeln). Wenn es schneller gehen soll kann der zweite Zwischenboden einfach eine Etage höher eingelegt werden. Nun wird ein Stück Esbit aufgelegt und der Kaffee ist quasi schon fertig.

 

Pfannkuchen im Miniformat.

Pfannkuchen im Miniformat.

Der für mich aber ausschlaggebende Kaufgrund (neben den nur 147 Gramm Gewicht) war die geringe Lautsstärke. Es gibt nichts nervigeres als einen ohrenbetäubenden“Benzin-Turbinen-Kocher“ der mit Sicherheit JEDEN im Umkreis stört. Wirft man die Bushbox an hört nichts weiter als das leichte Knistern des Holzes oder – bei Esbit – gar nicht. Sicher, wenn man richtig mit Holz kocht hat das auch Nachteile, vor allem kann es qualmen, das ist jedoch Übungssache.

Also von mir gibt volle Punkzahl für das Ding!

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Test | Mammut Phönix 8.0mm 60m Halbseile

 Mammut-Halbseile für abitionierte Felskletterer


Unseren letzten „Mehrseillängenausflug“ haben wir noch mit dem 70 Meter Einfachseil unternommen. Das funktioniert auch ganz gut wenn die einzelnen Seillängen um die 35 Meter lang sind. Will man aber in eine Tour einsteigen, die 40, 50 oder gar 60 Meter lange Abschnitte hat, dann kommt man um den Doppelstrang nicht drum rum. Wir haben uns hier für die 60 Meter Version des Mammut Phönix 8.0 mm entschieden. Es handelt sich um die Protect Version, welche der mittleren Imprägnierstufe entspricht (das war einfach eine Preisfrage).

Wenn man eins dieser Seile in der Hand hält, dann denkt man zunächst mal an eine Reepschnur. 8 Millimeter sind 8 Millimeter. Man gewöhnt sich aber schnell daran und das Handling ist wirklich sehr angenehm. Beim Mehrseillängenklettern hat man das Seil sehr viel (und vor allem auch viel davon) in der Hand. Ständig zieht man es komplett durch, nimmt es auf, schmeißt es durch die Gegend – es wird sehr viel bewegt.

Die Seile sind sehr leicht und lassen sich – das liegt in der Natur der Sache – auf die beiden Kletterer aufteilen wenn sie (die Seile) zum Fels getragen werden. Die Farben lassen keine Verwechslung zu und passen trotzdem gut zueinander wie man auf den Fotos sieht. Beide Seile sind mittenmarkiert. Die Markierung auf dem lila Seil  (ja ich weiß, manche sagen dazu blau, andere violette. Macht vorher aus welche Farbe es ist!) ist etwas schwer zu sehen, dafür auf dem Gelben um so besser.

Wir benutzen die Mammut Seile mit dem Petzl Reverso, das funktioniert sehr gut. Das Sicherungsgerät hat extra für dünne Halbseile zusätzliche „Bremsbacken“ die beim normalen Einfachseilgebrauch nicht beansprucht werden.

Wenn die Seile ganz neu sind sollte man die gemachten Knoten auf jeden Fall richtig nachziehen. Ein Bullin hat sich bei mir beispielsweise sehr gelockert.

Wir haben die Seile an verschiedenen (allerdings eher kürzeren) Touren im Kaiser ausprobiert. Gestürzt sind wir nicht, man spürt aber beim abseilen die recht hohe, angenehme Seildehnung. Eine in drei Abschnitte geteilte Route konnten wir mit einmal abseilen, das macht Spaß und spart viel Zeit!
Ich kann die Seile (wie auch unsere anderen beiden Mammut Seile) bis jetzt uneingeschränkt empfehlen, sollte sich das ändern gebe ich hier Bescheid.

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Test | Petzl Ange Finesse L

Heute möchte ich euch die Petzl Ange Finesse L vorstellen. Es handelt sich um sehr leichte und lange Expressen die sich aus diesem Grund optimal für Mehrseillängen eignen.

Kunststoffhülse für leichteres Öffnen.

Die Exen liegen wirklich gut in der Hand und die Karabiner sind schön schmal und haben keine Haken an der Nase. Die Schnapper haben unten am Gelenk eine kleine Kunststoffhülse die das Öffnen mit dem Finger sehr angenehm macht, ein nettes kleines Detail.

 

 

Eine Petzl Ange Finesse im Einsatz.

Die am Seilende hängenden Karabiner sind mit durchsichtigen Gummis fixiert, früher waren diese schwarz. Nun sieht man sofort, falls die Schlinge nicht richtig im Karabiner sitzt sondern nur der Gummi im Karabiner hängt. (Hier gab es vor ein paar Jahren mal einen tragischen Unfall, allerdings bei einem anderen Herrsteller)

Ansonsten machen die Exen einen sehr guten Eindruck auch wenn sie sehr filigran wirken. Schön ist auch die Idee, die felsseitigen Karabiner grau und die seil- (oder himmel) seitigen blau zu gestalten.

Da andere Expressen in dieser Länge schon mal gerne 20-30 Gramm pro Stück mehr wiegen lohnt sich die Investition (ca. 25€ pro Expresse) nach meine Meinung auf jeden Fall. Das merkt man spätestens wenn man einen dreistündigen Zustieg plant und den Kletterrucksack für den Tag packen muss.

ACHTUNG DAS IST TÖDLICH. Rechts ist sehr gut zu sehen, dass man den Karabiner durch das durchsichtige Material sieht.

ACHTUNG!!! NEGATIVBEISPIEL, DAS IST TÖDLICH!
Rechts ist sehr gut zu sehen, dass man den Karabiner durch das durchsichtige Material sieht. Links die alte Version.

 

Hier noch ein paar technische Details:

  • Gesamtgewischt einer Exe: 77 Gramm
  • Gesamtlänge einer Exe: 32 cm
  • Gewicht eines Karabiners: 34 Gramm
  • Karabineröffnung: 2,7 cm
  • Karabinerbruchlasten (normal / quer / offen): 22 kN / 7 kN / 10 kN
  • Bruchlast Schlinge: 22 kN
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Test | Beal Rebel (Klettergurt)

Da mein alter Klettergurt nun schon seine fünf Jahre auf dem Buckel hat, war es Zeit für einen neuen. Wenn man sich seinen ersten Klettergurt kauft hat man eigentlich noch keine Ahnung wie wichtig es ist, dass dieser bei Belastung (Rumhängen) bequem ist. Mein alter Gurt hat an den Beinschlaufen leicht Falten geworfen die auf Dauer ziemlich weh getan haben.

Ich habe deswegen bei der Wahl des neuen Gurts besonders auf Bequemlichkeit geachtet. Der Beal Rebel ist ein sehr leichter voll verstellbarer Sportklettergurt. Die einzelnen Elemente sind aus so genanntem Web-Core hergestellt, einem sehr dünnes laminierten Material, welches die Schmerzen beim Ausbouldern von Routen, seih es als Kletterer oder Sicherer, verringern soll. (Ich bin gespannt)

Besonders gut gelungen finde ich die minimalistischen Verstellschnallen der Beinschlaufen und die recht stabilen Materialschlaufen die bei Belastung mit Expresschlingen nicht nach unten sacken sondern das Material vom Körper weg halten.

Der Gurt wiegt (nachgewogen) 366 Gramm.

Update: 

Ich habe den Gurt nun ein paar mal (beim Sportklettern in der Halle) angehabt – er ist wirklich sehr bequem! Vor allem aber ist er so leicht, dass man manchmal vergisst, dass man ihn trägt. Quittiert wird das mit seltsamen Blicken wenn man von der Kletterhalle schnell noch vor 20:00 Uhr in den benachbarten Supermarkt läuft. Die beide Schnallen zum zuziehen funktionieren in beide Richtungen gut und schnell. Das umständliche Rückschlaufen meines alten Gurts entfällt also.

Der Felstest folgt an diesem Wochenende.

Update 2:

Hängende Materialschlaufe

Hängende Materialschlaufe

So nun habe ich den Gurt auch endlich mehrfach am Fels testen können. Nach wie vor bin ich von der Leichtigkeit und der Bequemheit begeistert. Es gibt nur zwei Punkte die ich noch erwähnen möchte: Zum einen sind die als „weit abstehend“ angepriesenen Materialschlaufen nicht anders als andere Materialschlaufen auch, eher hängen sie unter Materialbelastung noch etwas weiter runter da sie nicht bis hinten zum Gurt versteift sind sondern dort nur aus Stoff bestehen. Das kann etwas nervig sein wenn man als Nachsteiger die Expressen einsammelt und diese dann irgendwie nicht in die Schlaufe bekommt. Die Schlaufen sind auch vergleichsweise weit hinten am Gurt angebracht, was aber absolut Geschmackssache ist.

Beinschlaufe "umgesprungen"

Beinschlaufe „umgesprungen“

Der zweite, mich mehr störende Punkt, ist das „Umspringen“ der Beinverbindungsschlaufe. Jedes mal wenn ich im Gurt hänge und mich in das eine Bein mehr hineinsetze als in das andere rutscht diese Schlaufe ein Stück in die entsprechende Richtung. Da diese Schlaufe sehr steif vernäht ist, passiert das sehr ruckartig, verbunden mit einem minimalen Absacken. Manche sagen das ist ein Feature und kein Fehler.

– Daniel

 

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Test | Edelrid Titan Löffel

18 Gramm Titan Löffel von Edelrid

18 Gramm Titan Löffel von Edelrid

Der Einfachheit halber habe ich geplant unterwegs vom normalen Kochen im Topf auf das Freezer-Bag-Cooking umzusteigen.
Da hier direkt aus der „Tüte“ gegessen wird, braucht man einen Löffel bei dem man sich nicht ständig die Hände schmutzig macht wenn man auch noch den letzten Rest Chili con Carne aus selbiger kratzen möchte. Der Löffel ist extrem leicht (18 Gramm), macht einen stabilen Eindruck und fasst sich dank aufgerautem Griff gut an. Der vordere „Essbereich“ ist glatt poliert. Besonders gut gefällt mir, dass Titan geschmacksneutral ist, das merkt man beim Essen tatsächlich. Der Preis ist aber wie bei allen Titansachen ziemlich hoch.

– Daniel

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Selbst gemachtes Imprägnierwachs

Selbst gemachtes Imprägnierwachs

Selbst gemachtes Imprägnierwachs

Gestern habe ich, in Ermangelung der richtigen Größe und Farbe in den örtlichen Outdoorläden, eine Fjällräven Karl Zip-Off Hose bestellt.

Die Hose ist noch nicht einmal bei mir angekommen da mache ich mir schon Gedanken über das Einwachsen. Da mir das Originalwachs einfach zu teuer ist und ich zum Geburtstag eine Bienenwachskerze (ich nehme an

Paraffin und Bienenwachs

Paraffin und Bienenwachs

Restbestände) geschenkt bekommen habe, wurde kurzerhand Google nach einem Rezept zum selber machen angeworfen. Das Originalwachs hat ein Mischverhältnis von 90% Paraffin und 10% Bienenwachs. Ich habe ein Verhältnis von ca. 85% zu 15% gewählt, fragt mich nicht wieso. Mir erschien die Menge Teelichter (bestehen aus Paraffin) und Bienenwachs irgendwie stimmiger.

Kurze Zutatenliste:

  • 145 g Teelichter (ca. 12-13 Stück)
  • 30 g Bienenwachs
  • ein kleiner Topf mit Wasser
  • eine flache Plastikschale (sollte flexibel sein)
  • Etwas zum unterlegen damit die Plastikschale nicht direkt den Topfboden berührt

Frisch ans Werk wird einfach ein Wasserbad erhitzt und das Paraffin mit dem Bienenwachs verflüssigt. Bitte keine offene Flame verwenden da das Gemisch, je nachdem womit es in Verbindung kommt, ganz gut brennt. Wenn das ganze geschmolzen ist nach Bedarf durch ein Tuch gießen wenn sich sehr viele Schmutzpartikel darin befinden. Die Mischung nun einfach wieder abkühlen lassen. Fertig.

Ob und wo ich die Hose wachsen werde weiß ich noch nicht. Ich habe mir überlegt vor allem die unteren Hosenbeine, die Knie und den Gesäßbereich zu imprägnieren da mir eine komplett gewachste Hose wohl nicht mehr atmungsaktiv genug ist. Mehr dazu später.

Update: 

Es ist nun schon eine Weile her, dass ich die Hose habe und ich habe sie schon kräftig gewachst. Auch ein Bügeleisen (für 1€ bei Ebay) habe ich für das einarbeiten des Wachses angeschafft. Alles in allem muss ich sagen, dass die Hose schon wasserabweisend wird aber natürlich nicht dicht…

Ich habe nun tatsächlich fast die ganze Hose eingewachst und nur die Kniekehlen ausgelassen. Hätte ich nicht die Zip-Off-Variante der Hose gäbe es bei Hitze (ab ca. 25 Grad ?) ziemliche Probleme denn das Wachs verschließt die Stoffporen und kann auch nur aufbrechen und Luft durchlassen, wenn es nicht zu warm wird. ABER: die Hose wird durch das Wachs sehr widerstandsfähig! Ich hatte sie neulich zum Felsklettern an und nach dem Klettertag konnte man deutlich die „Steinkratzspuren“ auf der Hose sehen. Durch das Wachs wurden die Fasern (und meine Knie) dabei ziemlich gut geschützt.

– Daniel

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Rubihorn 21. und 22. September 2013

Sonnenaufgang richtung Alpen vom Rubihorn aus

Sonnenaufgang richtung Alpen vom Rubihorn aus

Nachdem meine Freundin in der Nacht vom Freitag auf den Samstag arbeiten musste und sie völlig fertig nach hause kam, wir aber unbedingt noch in diesem Jahr unser neues Zelt ausprobieren wollten, haben wir uns entschlossen den Aufstieg zum Rubihorn trotzdem zu wagen. Natürlich haben wir viel zu viel Material mitgenommen, im Endeffekt haben wir aber alles benutzt.

Im Rucksack waren Zelt, Isomatten, Schlafsäcke, warme Klamotten, Kocher und Verpflegung.

Mit dem Zug ging es dann „früh“ morgens gegen 9:00 Richtung Oberstdorf. Von Langenwang aus ging die Wanderung dann los und die brütende Mittagshitze hat die Freude auf den Aufstieg für uns Untrainierte nicht gerade gesteigert. Irgendwie haben wir es dann aber doch an der Gaisalp vorbei zum unteren Gasialpsee geschafft.
Es war schon nachmittags als wir, faul am See liegend, beschlossen haben doch noch den Aufstieg zum Gipfel anzugehen. Mit noch einmal fünf Litern und Kilo Wasser beladen ging es los. Das Gepäck (nun ca. 15 kg) hat mich wirklich an die Grenzen gebracht und wir sind zum Sonnenuntergang auf dem Horn angekommen.

Blick vom Rubihorn bei Tag

Blick vom Rubihorn bei Tag

Der wolkenlose Himmel versprach uns eine kalte Nacht und wir wären wohl wieder abgestiegen wenn es dafür nicht schon zu spät gewesen wäre. Meine Freundin war mittlerweile auch am Ende (Nachtschicht) und so haben wir uns mehr oder weniger freiwillig für einen Lagerplatz kurz unter dem Gipfel in einer Senke entschieden. Nachdem wir den Platz für mein neues MSR Nook einigermaßen geebnet hatten und alles so weit eingerichtet war ging es ans Essen kochen. Fertignudeln mit Tomatensoße. Der Kocher hat, trotz der Höhe  ;)  seinen Dienst getan. Allerdings wurde es plötzlich ziemlich kalt und wir haben uns schnell ins Zelt verkrochen. Leider war die Nacht alles andere als gemütlich… Es war eng, steinig und kalt. Klappernde Geräusche und der helle Mond haben dann ihr übriges getan. Ich musste aus dem Zelt schauen und eventuelle Angreifer abwehren, umsonst natürlich.

Daniel beim Frühstück kochen auf dem Rubihorn

Daniel beim Frühstück kochen auf dem Rubihorn

Der Morgen, an dem wir uns wie gerädert fühlten, war aber trotzdem schön. Noch vor dem Sonnenaufgang sind wir direkt auf den Gipfel gegangen und haben und unser Frühstück, Pancakes und Kaffe, zubereitet. Wir haben nicht schlecht geschaut als kurz vor acht Uhr fern unten am Gaisalpsee zwei besonders ambitionierte „Sprint-Wanderer“ auftauchten und gefühlte 20 Minuten später oben bei uns am Gipfel ankamen. Man hat ihnen ihre Enttäuschung am Sonntag morgen nicht die ersten hier oben zu sein wirklich angesehen. Die beiden sind nach einem mitgebrachten Frühstücksei direkt wieder abgestiegen. Auch wir haben uns dann an den Abstieg gemacht und sind mit kurzem Stop am See gut im Tal und später im Zug Richtung Kempten angekommen.

– Daniel

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Fotogallerie Rubihorn 21. und 22. September 2013